Dienstag, 19. Januar 2010

Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin...

Ein wunderbarer Satz, und so wie ihn die meisten verstehen ein durchaus erstrebenswerter Zustand.

Ich kenne diesen Satz aus meiner Kindheit wo er zum Beispiel auf den Ostermärschen propagiert wurde. Dachte einfach immer das er aus den Reihen der Atomgegner und Abrüstungsbefürworter, sprich der damaligen Linken gekommen war.

Bisher war mir die Bedeutung dieses Satzes eigentlich immer ganz klar – dachte ich.

Bis ich dann heute wieder über diesen Satz stolperte.

Aber was war das?
Er endete nicht nach den mir bekannten Worten.

Es fügten sich noch weitere Zeilen an, die diesem Satz einen vollkommen anderen Kontext gaben.

Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin -
dann kommt der Krieg zu Euch!
Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt,
und lässt andere kämpfen für seine Sache,
der muss sich vorsehen:
Denn wer den Kampf nicht geteilt hat,
der wird teilen die Niederlage.
Nicht einmal Kampf vermeidet,
wer den Kampf vermeiden will,
denn er wird kämpfen für die Sache des Feindes,
wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.


Man sagt diese Zeilen Berthold Brecht nach, der vermutlich den aus dem Roman "The People, Yes" stammenden Satz "Sometime they'll give a war and nobody will come", des amerikanischen Schriftsteller Carl Sandburg, weiter ausführte.

Nun möchte ich nicht die aus dem Zusammenhang gerissene Parole der Pazifistischen Bewegung kritisieren.
Ich fand und finde nach wie vor das eine Welt ohne Kriege etwas durchaus wundervolles und erstrebenswertes ist. Um diesen Wunsch auszudrücken ist es ein wirklich guter Satz.

Doch als ich diese Sätze heute zum ersten mal las stellte sich mir ein völlig anderer Sinn in den Worten dar.

Es herrscht Krieg – und wir gehen nicht hin!!

Jetzt werden sich einige fragen ob ich vielleicht meine wir sollten alle zur Waffe greifen und an den Hindukusch oder in den Irak ziehen um gegen den Terror zu kämpfen. Oder sie denken ich meine wir sollten es befürworten das westliche Soldaten auf der ganzen Welt für Frieden und Demokratie sorgen.

Aber NEIN, genau das meine ich nicht !!

Wir alle denken in dem Moment in dem wir das Wort Krieg lesen oder hören immer erstmal an eine mit Waffengewalt ausgeführte Auseinandersetzung. Diese Interpretation ist etwas völlig normales.

Was ist aber wenn man dieses Wörtchen mal in einem anderen Licht betrachtet?

Eines der Synonyme für Krieg ist auch der Machtkampf.

Und jetzt wird der ein oder andere bestimmt schon wissen worauf ich hinaus will.

Die Schlacht ist im vollen Gange. Sie tobt direkt um uns herum. Überall wo wir sind. Direkt vor unserer Haustür. Ja sogar direkt in unseren Wohnungen. Es ist der Krieg den Orwell und Huxley versucht haben uns vor Augen zu führen. Und wir sind alle willige Opfer. Wir gehen einfach nicht hin. Wir lassen unsere Ichs mit den Waffen von Geld, Luxus und Medien niederstrecken und wehren uns nicht im geringsten dagegen. Wir sagen sogar noch Danke und gebt mir mehr.

Wir teilen den Kampf nicht und die Niederlage schwebt schon über uns. So manchen hat sie sogar schon erreicht.

Wie viele sind schon jetzt geistige Leichen und haben es nur noch nicht gemerkt, weil es ihnen das Fernsehen in das sie Abend für Abend glotzen noch nicht gesagt hat.

Dort wird ihnen ja nur, zum Beispiel in tollen Reality-Shows, vorgegaukelt wie gut es ihnen doch geht, da ihre Kinder ja nicht so schlimm sind wie die zu denen die Supernanny kommt. Und was für tolle Eltern sie doch sind da das was die Nanny da so empfiehlt ja eh schon immer zu den eigenen Erziehungsmethoden gezählt hat.

Brot und Spiele – das wussten schon die alten Römer.

Und wir setzen uns brav mit unsere Wolfzitzenchips ins Colosseum und kümmern uns einen Dreck darum was die Senatoren treiben.

Nur das man es heutzutage lieber direkt in die Wohnungen des Volkes verlegt hat damit einem auch ja auf dem Weg dorthin nicht doch jemand über denselben läuft der einen dazu bringt doch vielleicht mal am Forum vorbei zu schauen.

Lasst uns endlich zu den Waffen greifen und kämpfen und damit meine ich nicht das ihr die alte Kalaschnikov unterm Bett hervor holen sollt um bei Pro 7 Amok zu laufen.

Nehmt die Waffen des Volkes.

Fangt damit an die Medien zu boykottieren. Ihr selber seid die Superstars. Kauft so Schundblätter wie die Bildzeitung nicht. Sie lässt dich nicht DEINE Meinung bilden sondern bildet Dir nur IHRE. Kauft nicht in Läden wie LIDL oder Schlecker, die nur hergehen und eine moderne Art der Sklaverei einführen.

Macht die Augen auf und ihr werdet sehen wo der Krieg tobt und mit welchen Waffen ihr euch an der Schlacht beteiligen könnt um euren Feinden, die euch nicht mal mit offenem Visier den Fehdehandschuh hin geschmissen haben, entgegen zu treten.


Noch ein bestimmt jedem geläufiges Zitat ist:

Wer kämpft kann verlieren –
aber wer nicht kämpft hat schon verloren.

Es sagt im Prinzip das gleiche aus wie die Worte von Brecht.

Also entscheide selber –
Willst du ein Verlierer sein ?

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wird wohl kaum jemand nochmal drucken wollen aber das Copyright aller Texte (wenn nicht anders vermerkt) liegt beim Verfasser - also mir "Steiny"

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